Montag, 15. August 2022
Home > Aktuell > Sozial benachteiligte Kinder in ihren Lebenswelten erreichen

Sozial benachteiligte Kinder in ihren Lebenswelten erreichen

Mutter und Kind in der Natur

Seit 1998 führt das Wissenschaftliche Institut der AOK „WIdO“ regelmäßig Umfragen zu aktuellen Gesundheitsthemen durch. Ziel ist es, Wahrnehmungen und Bewertungen sowie Veränderungswünsche von Versicherten und Patienten, Angehörigen, Kindern aber auch Beschäftigten und Ärzten aufzunehmen, um gesundheitspolitische Impulse zu setzen. — Im Fokus stehen vorwiegend zentrale Eckpunkte der aktuellen gesundheitspolitischen Diskussionen und konkrete Reformoptionen und politische Gestaltungsvorschläge.

Rückblick auf die Pandemie und ihre Auswirkungen auf Kinder

Die Ergebnisse des WIdOmonitors zu den „Auswirkungen der Covid-19-Pandemie auf die psychische Gesundheit von Kindern“ kommentierte die Vorstandsvorsitzende des AOK-Bundesverbandes, Dr. Carola Reimann:
„Während der Corona-Pandemie haben wir erleben müssen, wie Kinder unter den Schulschließungen gelitten haben. Die Auswirkungen auf ihr psychisches Wohlbefinden waren immens. Das verdeutlichen auch die Ergebnisse aus dem aktuellen WIdOmonitor. Bereits der von der Bundesregierung beauftragte Sachverständigenausschuss, der die Folgen der Maßnahmen zur Pandemiebekämpfung untersuchte, hatte dies festgestellt. Deshalb sollten Schulschließungen immer das allerletzte Mittel sein und künftig verhindert werden.

Der WIdOmonitor hat auch gezeigt: Besonders Kinder aus sozial benachteiligten Familien waren während der Pandemie psychisch am stärksten belastet. Deshalb brauchen sie unsere besondere Unterstützung. Das ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, auch für die post-pandemische Zeit. Regionale Lösungen, die die Situation und die Möglichkeiten vor Ort berücksichtigen und verbessern und die Kinder in ihren Lebenswelten beim Sport, in der Schule oder im Kindergarten direkt erreichen, sind hier gefordert.“

Kinder von Alleinerziehenden und Müttern mit niedrigem Einkommen stärker belastet

Homeschooling, Quarantäne, eingeschränkte Freizeitmöglichkeiten und Kontakte: Wie haben sich die pandemiebedingten Belastungen auf die Gesundheit von Kindern ausgewirkt? Dieser Frage geht der aktuelle WIdOmonitor zu den „Auswirkungen der Covid-19-Pandemie auf die psychische Gesundheit von Kindern“ nach. Die Mehrheit der befragten Mütter ist der Meinung, dass ihre Kinder gesundheitlich relativ gut durch die Pandemie gekommen sind. Während nur 16 Prozent Verschlechterungen der körperlichen Gesundheit des Nachwuchses bemerkt haben, berichtet aber mehr als jede dritte Mutter, dass die seelische Gesundheit der Kinder gelitten habe. Überdurchschnittlich häufig betrifft dies Familien mit einem niedrigen Haushaltseinkommen. Für den WIdOmonitor des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO), der in Kooperation mit dem Deutschen Jugendinstitut durchgeführt worden ist, wurden im Februar und März dieses Jahres 3.000 Mütter von drei- bis zwölfjährigen Kindern befragt.

„Wie ein roter Faden zieht sich durch fast alle Ergebnisse unserer Untersuchung, dass Kinder aus sozial schwächeren Familien deutlich stärker durch die Pandemie belastet waren“, sagte Klaus Zok, Studienleiter im Forschungsbereich Gesundheitspolitik und Systemanalysen des WIdO.

Mehr Informationen:

www.aok-bv.de | www.wido.de

WIdOmonitor 1/2022: Kinder von Alleinerziehenden und Müttern mit niedrigem Einkommen stärker durch die Pandemie belastet