Mittwoch, 13. November 2019
Home > Recht > Datenschutz-Audit bis zum 6.3.2019

Datenschutz-Audit bis zum 6.3.2019

Datenschutz & EU-DSGVO stärken Persönlichkeitsrechte

Die Redaktion der Friedrichhain-Kreuzberg Zeitung schränkt in der Zeit vom 1.März bis 5.3.2019 ihren Betrieb ein, um das nächste Datenschutz-Audit durchzuführen. Gegenstand des Datenschutz-Audits sind das Redaktionssystem, Datenschutzerklärungen und interne IT-Prozesse, die der Integration von Anzeigensystem und Cloud-Diensten dienen.

Viele Praxisprobleme mit nicht überschaubaren Aufwand

Ein dreiviertel Jahr nach Inkrafttreten der EU-Datenschutzgrundverordnung zeigen sich viele dynamische Teilaspekte, die nicht per juristischer Klausel oder Check-Box gelöst werden können.
Größtes Problem ist die Komplexität der Anforderungen, die die die gemeinsame Datenschutzkonferenz der Bundesländer inzwischen 19 Kurzpapiere zur Standardisierung verfaßt hat.

In der praktischen Umsetzung ergeben sich immens lange Datenschutzerklärungen, die für Laien kaum noch verstehbar und lesbar sind. Technische Änderungen bei Cloud-Diensten können aber täglich dazu führen, dass ausgearbeitete juristisch ausgefeilete Klauseln obsolet werden.

Vor allem aber sind seit Inkrafttreten der EU-DSGVO praktisch jeden Monat ein bis mehrere grundlegende und zum Teil bis zu fünfzehn Jahren bestehende „IT-Sicherheitslücken“ veröffentlicht worden, die zum Teil auch die IT-Systeme der Redaktion betrafen. Dies führt zu zum Teil unüberschaubaren defensiven Kosten, die nur durch Abschaltung und Nichtverwendung von problematischer Software und problematischen Cloud-Lösungen begrenzbar sind.

SmartCity-Datenschutzkonzept und das GAFA-TAB-ZERO-Szenario

Im Mediennetzwerk wird ein SmartCity-Datenschutzkonzept schrittweise umgesetzt. Ziel ist es, die Anforderungen der EU-Datenschutzgrundverordnung einzuhalten, und dazu „Leser-Datenschutz“, „Kulturdatenschutz“ und „Gesundheitsdatenschutz“ funktional zu sichern.

Die großen Internetkonzerne sorgen jedoch für stete Überraschungen und neue Zustimmungspflichten, sodass Datenschutzbehörden praktisch mit Veränderungen und beanstandeten Datenschutzproblemen überlastet werden.
Das drohende GAFA-TAB-ZERO-Szenario sorgt jedoch für eine starke wirtschaftliche Motivation: GAFA – das sind die US-datenkonzerne Google, Amazon, Facebook und Apple – und auf der anderen Seite in China Tencent, Alibaba, Baidu. ZERO bedeutet: die großen Internetkonzerne reißen die gesamte Wertschöpfung des Internet an sich. Der Begriff GAFA-TAB-ZERO-Szenario stammt von Prof. Dr. Gerrit Heinemann, Leiter des eWeb Research Center an der Hochschule Niederrhein, der damit ein Menetekel für die deutsche Wirtschaft beschreibt.

„Welche Chancen bleiben Europa noch?“ Herrmann: „Bisher könne diese Frage nicht anders beantwortet werden, als „Zero.“

Die Frage, ob ein effektives SmartCity-Datenschutzkonzept und die EU-Datenschutzgrundverordnung umsetzbar sind, ist damit eine existenzielle wirtschaftliche Frage.


Fortsetzung und Update folgt am 5.3.2019

Dieses Medium ist öffentlich! Inhalte werden im Internet wiederauffindbar archiviert. Cookies werden nur aus technischen Gründen verwendet, um Zugriffs-Statistiken zu messen und um Cloud-Dienste zugänglich zu machen. Mehr Informationen siehe Datenschutz- und ePrivacy-Hinweise.
✖   (Hinweis schließen)