Montag, 17. August 2026
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Wasserfall im Viktoriapark – ein Wahrzeichen von Kreuzberg

Höchster Wasserfall Berlins befindet sich am Kreuzberg, im Viktoriapark.

Der höchste Wasserfall von Berlin befindet sich im Viktoriapark am Kreuzberg. 24 Meter tief rauscht der Wasserfall in einer steinigen Schlucht herab bis zur Kreuzbergstraße. Dort mündet er in einem kleinen ruhigen Teich. Der Plan für den Wasserfall im Viktoriapark entstand vor rund 147 Jahren nach dem Vorbild eines Wasserfalls im Riesengebirge.

Der Kreuzberg ist mit 66 Metern die höchste natürlichen Erhebung im Berliner Innenstadtgebiet. Der Wasserfall ist prägendes Landschaftselement und ein Wahrzeichen des Viktoriaparks. Er fließt durch eine angelegte Gebirgslandschaft vom Kreuzberg hinab, und mündet in einen Teich. Landschaftsarchitekt Hermann Mächtig entwarf den Plan für den Viktoriapark 1879/80 und orientierte sich am 27 Meter hohen „Zackelfall“ im niederschlesischen Riesengebirge, ein zu jener Zeit beliebtes Reiseziel der Berliner und Berlinerinnen.

Wie Kreuzberg zu seinem Namen kam

Das 1821 eingeweihte Nationaldenkmal für die Befreiungskriege auf dem Kreuzberg wurde von Karl Friedrich Schinkel entworfen und mit einem großen Eisernen Kreuz gekrönt. Die Einweihung des Denkmals erfolgte am 30. März 1821, und erinnerte an das Ende der Befreiungskriege im Jahr 1815. Zu diesem historisch Ereignis wurde der Hügel umbenannt und erhielt seinen heutigen Namen ‚Kreuzberg‘ — der auch auf das umliegende Gründerzeitviertel übertragen wurde.

Volkspark mit Wasserfall

Der rauschende Wasserfall ist eine Besonderheit und Sehenswürdigkeit in ganz Berlin. Der von Hermann Mächtig geplante Volkspark zählt zu den ältesten Grünanlagen mit Volksparkcharakter in Berlin. Der Entwurf in der Tradition der preußischen Gartenbaukunst hatte ursprünglich eine viel repräsentativere Vision von der Anlage des Wasserfalls. Mächtig stellte sich zunächst Treppenaufgänge beidseitig des Wassers vor, die von der Kreuzbergstraße bis nach oben führen sollten. Im endgültigen Modell wurde dieses Detail fallen gelassen. Der kaskadenförmige Abfall des Wassers hinunter in die Sichtachse der Großbeerenstraße wurde jedoch realisiert.

Mündung des Wasserfalls und Skulptur von Ernst Herter.
Mündung des Wasserfalls und Skulptur von Ernst Herter. – Foto: © Amina Mendez, Friedrichshain-Kreuzberg Zeitung

Am Fuße des Wasserfalls befindet sich eine Bronzeskulptur des Berliner Bildhauers Ernst Gustav Herter aus dem Jahr 1896. Sie zeigt einen Fischer, als männlicher Akt dargestellt, der eine noch teilweise im Netz verfangene Wassernixe in seinen Händen hält. Zu Füßen des Mannes befindet sich ein Octopus. Herter war Mitglied der Berliner Kunstakademie und Professor der Hochschule für Bildende Künste. Er war für seine monumentalen Denkmäler, mythologischen Skulpturen und Arbeiten für prominente Auftraggeber bekannt und berühmt.
Die Skulptur erregte vor einigen Jahren einiges Aufsehen. In der Nähe der Skulptur wurde 2002 eine Frau von zwei Männern überfallen und vergewaltigt. Danach gab es Stimmen, die die Skulptur des Fischers mit dem Ausdruck von sexueller Gewalt in Verbindung brachten. Seit 2005 befindet das Mahnmal „Wir haben Gesichter“ im Viktoriapark. Es ist nun allen Frauen gewidmet, die Opfer von sexueller Gewalt wurden.

Der Wasserfall schafft einen natürlichen, städtebaulich unerwarteten Kontrast zu seiner städtischen Umgebung. Dies macht auch seine Anziehungskraft für alle Bewohner aus, für die der Viktoriapark Reiseziel, Dating-Treff, Freizeitort und Ort des urbanen Zusammenlebens ist.

Viktoriapark mit mehreren Aufenthaltsbereichen

Der Viktoriapark bietet seinen Gästen viele Möglichkeiten, abzuschalten, und gleichzeitig urbanes Flair zu genießen. Insbesondere junge Menschen tummeln sich in auf Hangflächen angelegten Park. Man sieht Gruppen zusammen sitzen, zum Beispiel eine mit vielen Luftballons, die einen Kindergeburtstag feiert. Akrobatikkünstler üben hier und trainieren für den nächsten Auftritt trainieren. Auch Yogalehrer treffen sich hier mit ihren Gruppen, um meditative Übungen zu praktizieren.
Der Viktoriapark ist über die Jahrzehnte hinaus immer auch ein Treff der Generationen, ein Park der viele gemeinsame Lebensgeschichten verbindet.
Der Rosengarten befindet sich auf einer Hangterrasse, die als Ruhebereich funktioniert. Blickt man in Richtung Norden, sieht man von hier die Dächer und Dachsilhouetten des gründerzeitlichen Bezirks Kreuzbergs mit den Türmen seiner Stadtkirchen.

Rosengarten im Viktoriapark
Rosengarten im Viktoriapark – Foto: © Amina Mendez, Friedrichshain-Kreuzberg Zeitung

Das Kreuzberg-Denkmal: Wahrzeichen und Denkzeichen für Berlin-Kreuzberg

Das 1821 errichtete gusseiserne Nationaldenkmal steht auf einem massiven, burgartigen polygonalen Sockel oben auf dem Kreuzberg. Das Denkmal ist viel mehr nur ein Symbol von Preußens Herrlichkeit. Es hat die Form einer achteckigen Eisenhohlguss-Fiale mit zwölf allegorische Figuren und symbolisiert vier Schlachten von Leipzig bis Waterloo: Groß-Görschen an der Ostseite, Leipzig im Norden, Paris Westseite und Belle Alliance (Waterloo) im Süden.
„Es ist gleichzeitig auch ein Symbol für einen Sieg des Bürgertums gegenüber dem Absolutismus!“ — So schreibt die Deutsche Stiftung Denkmalschutz, die das Denkmal ab 1999 aufwändig restauriert hat. — Die Stiftung nahm das künstlerisch wertvolle Monument an, weil es mit seiner wechselhaften Geschichte bis heute ein aktuelles Denkmal ist – für alle Höhen und Tiefen, die das Verhältnis der Deutschen zu Freiheit und Nation geprägt haben. 

„Kreuzberg-Urteil“ schrieb Rechtsgeschichte für die Demokratie

Das Denkmal ist zugleich auch ein richtungsweisender Präzedenzfall und wichtiger Teil der Deutschen Rechtsprechung geworden!
— Im „Kreuzberg-Urteil“ des Preußischen Oberverwaltungsgerichts Berlin vom 14. Juni 1882 wurde fortan die polizeiliche Willkür gegen Bürger erheblich eingeschränkt, die Gewalten-Teilung in Deutschland auf den Weg gebracht und die „Entpolizeilichung“ der öffentlichen Verwaltung eingeleitet. —

Das Polizeipräsidium Berlin hatte vorher eine Verordnung erlassen, die den Eigentümern der Grundstücke rund um den Berliner Kreuzberg verbot, Gebäude über einer bestimmten Höhe zu errichten. Zweck dieses Verbots war, die Sicht auf das Nationaldenkmal freizuhalten. Dem Eigentümer eines nahegelegenen Grundstücks war deswegen eine Baugenehmigung versagt worden, wogegen er geklagt hatte.
Ergebnis: das Oberverwaltungsgericht erklärte die Polizeiverordnung für unwirksam und argumentierte, die Baupolizei sei nur für die Abwehr von Gefahren zuständig, nicht aber für die Wahrung ästhetischer Interessen.
Das Urteil war rechtssystematisch bahnbrechend, weil es fortan klarstellte, dass stadtplanerische Gestaltung nicht zu den Aufgaben der Polizei gehört. Politikgeschichtlich war es zugleich ein Zeichen für das Ende des Polizeistaates unter absolutistischer Führung. Der Polizei war es fortan verwehrt, selbst eigenmächtig zu entscheiden, was gut und was schlecht für das Allgemeinwohl ist.

Panoramablick über Berlin

Oben am Denkmal wird man mit einem Panoramablick über ganz Berlin belohnt. Der steile Anstieg über die Asphaltwege ist für manche ältere Menschen sicher eine Herausforderung. Die letzten Meter bis Top gehen nur über eine Treppe. In der Sichtachse des Wasserfalls und der Großbeerenstraße hat man davor jedoch schon einen schönen Blick.
Viele Menschen kommen zum Kreuzberg wegen genau dieser schönen Aussicht. Vom höchsten Berg der Innenstadt kann man in alle Richtungen weit sehen und die Skyline Berlins anschauen.
Der achteckigen Denkmalsockel ist höher als die Bäume im Park, es gibt einen weithin freien Blick. Oben auf der Plattform weht oft ein starker Wind. Man fühlt sich freier, wenn man aus den Straßenschluchten bis hier hinauf geht.

Oben auf dem Kreuzberg
Oben auf dem Kreuzberg – Foto: © m/s, Friedrichshain-Kreuzberg Zeitung

Die Spitze des Denkmals ist eine Reminiszenz an den Kölner Dom. Der eigenwillige Geist und Charme von Kreuzberg ist in vielen Teilen der Welt bekannt. Das Kreuzberg-Denkmal hat dazu historisch einen wichtigen Anteil. Touristen kommen hierher, um die kulturelle Offenheit, alternative Lebensstile und insbesondere das Kreuzberger Nachtleben zu genießen und kennenzulernen. Insbesondere viele junge Menschen fühlen sich angezogen. Das nahe „Golgatha“ mit seinem Biergarten im Viktoriapark zieht bei lauen, sommerlichen Temperaturen zahlreiche Gäste an.

Kreuzberg mit Stadtkulisse
Kreuzberg mit Stadtkulisse – Drohnen-Foto: Moritz Nack, pixabay

Das „Golgatha“ ist Treffpunkt für alt und jung, Kiez und Kunst. Es erfreut sich über die vielen Jahre seines Bestehens auch heute großer Beliebtheit. Der Biergarten entstand 1977 auf dem Gelände der ehemaligen Terrassen am Kreuzberg. Diese wurden 1928 zusammen mit dem Katzbachstadion nach Entwürfen von Georg Demmler gebaut. Im nächsten Jahr feiert das Golgatha seinen 50. Geburtstag.
Wie wird das Wetter? Hier ist das Kreuzberg-Wetter mit Vorhersage!

Weitere Informationen:

Zackelfall in den Sudeten

Viktoriapark Infos

Sehenswertes in Friedrichshain-Kreuzberg


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