Freitag, 31. Juli 2026
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Wasserfall im Viktoriapark – ein Wahrzeichen von Kreuzberg

Höchster Wasserfall Berlins befindet sich am Kreuzberg, im Viktoriapark.

Der höchste Wasserfall von Berlin befindet sich im Viktoriapark am Kreuzberg. 24 Meter tief rauscht der Wasserfall in einer steinigen Schlucht herab bis zur Kreuzbergstraße. Dort mündet er in einem kleinen ruhigen Teich. Der Plan für den Viktoriapark entstand vor rund 147 Jahren nach dem Vorbild eines Wasserfalls im Riesengebirge.

Der Kreuzberg ist die höchste natürlichen Erhebung im Berliner Stadtgebiet. Der Wasserfall ist prägendes Landschaftselement und Wahrzeichen des Viktoriaparks. Er fließt durch eine angelegte Gebirgslandschaft vom Kreuzberg hinab, und mündet in einen Teich. Landschaftsarchitekt Hermann Mächtig entwarf den Plan für den Viktoriapark 1879/80 und orientierte sich am 27m hohen Zackelfall, im niederschlesischen Riesengebirge, ein zu jener Zeit beliebtes Reiseziel der Berliner und Berlinerinnen.

Wie Kreuzberg zu seinem Namen kam

Das 1821 eingeweihte Nationaldenkmal für die Befreiungskriege auf dem Kreuzberg wurde von Karl Friedrich Schinkel entworfen und mit einem großen Eisernen Kreuz gekrönt. Die Einweihung des Denkmals erfolgte am 30. März 1821, und erinnerte an das Ende der Befreiungskriege 1815. Zu diesem historisch Ereignis wurde der Hügel umbenannt und erhielt seinen heutigen Namen ‚Kreuzberg‘ — der auch auf das umliegende Gründerzeitviertel übertragen wurde.

Volkspark mit Wasserfall

Der rauschende Wasserfall ist eine Besonderheit und Sehenswürdigkeit in ganz Berlin. Der von Hermann Mächtig geplante Volkspark zählt zu den ältesten Grünanlagen mit Volksparkcharakter in Berlin. Der Entwurf in der Tradition der preußischen Gartenbaukunst hatte ursprünglich eine viel repräsentativere Vision von der Anlage des Wasserfalls. Mächtig stellte sich zunächst Treppenaufgänge beidseitig des Wassers vor, die von der Kreuzbergstraße bis nach oben führen sollten. Im endgültigen Modell wurde dieses Detail fallen gelassen. Der kaskadenförmige Abfall des Wassers hinunter in die Sichtachse der Großbeerenstraße wurde jedoch realisiert. Es wird vermutet, dass Hermann Mächtig sich bei der Idee für den Wasserfall vom natürlichen Vorbild im heutigen polnischen Riesengebirge leiten ließ.

Mündung des Wasserfalls und Skulptur von Ernst Herter.
Mündung des Wasserfalls und Skulptur von Ernst Herter. – Foto: © Amina Mendez, Friedrichshain-Kreuzberg Zeitung

Am Fuße des Wasserfalls befindet sich eine Bronzeskulptur des Berliner Bildhauers Ernst Gustav Herter aus dem Jahr 1896. Sie zeigt einen Fischer, als männlicher Akt dargestellt, der eine noch teilweise im Netz verfangene Wassernixe in seinen Händen hält. Zu Füßen des Mannes befindet sich ein Octopus. Herter war Mitglied der Berliner Kunstakademie und Professor der Hochschule für Bildende Künste. Er war für seine monumentalen Denkmäler, mythologischen Skulpturen und Arbeiten für prominente Auftraggeber bekannt und berühmt.
Die Skulptur erregte vor einigen Jahren einiges Aufsehen. In der Nähe der Skulptur wurde 2002 eine Frau von zwei Männern überfallen und vergewaltigt. Danach gab es Stimmen, die die Skulptur des Fischers mit dem Ausdruck von sexueller Gewalt in Verbindung brachten. Seit 2005 befindet das Mahnmal „Wir haben Gesichter“ im Viktoriapark. Es ist nun allen Frauen gewidmet, die Opfer von sexueller Gewalt wurden.

Der Wasserfall schafft einen natürlichen, städtebaulich unerwarteten Kontrast zu seiner städtischen Umgebung. Dies macht auch seine Anziehungskraft für alle Bewohner aus, die den Viktoriapark zu einem beliebten Reiseziel und Ausflugsort machen.

Viktoriapark mit mehreren Aufenthaltsbereichen

Der Viktoriapark bietet seinen Gästen viele Möglichkeiten, abzuschalten, und gleichzeitig urbanes Flair zu genießen. Insbesondere junge Menschen tummeln sich in auf Hangflächen angelegten Park. Man sieht Gruppen zusammen sitzen, zum Beispiel eine mit vielen Luftballons, die einen Kindergeburtstag feiert. Akrobatikkünstler üben hier und trainieren für den nächsten Auftritt trainieren. Auch Yogalehrer treffen sich hier mit ihren Gruppen, um meditative Übungen zu praktizieren. Der Viktoriapark ist auch ein Treff der Generationen. Und es gibt viele Leute, die sich einfach treffen und gemeinsam bei Limonade zusammensitzen und klönen. Der Rosengarten befindet sich auf einer Hangterrasse, die als Ruhebereich funktioniert. Blickt man in Richtung Norden, sieht man die Dächer und Dachsilhouetten des gründerzeitlichen Bezirks Kreuzbergs mit den Türmen seiner Stadtkirchen.

Rosengarten im Viktoriapark
Rosengarten im Viktoriapark – Foto: © Amina Mendez, Friedrichshain-Kreuzberg Zeitung

Eine der größten Sehenswürdigkeiten in Berlin-Kreuzberg

Viele Menschen kommen zum Kreuzberg wegen der schönen Aussicht. Vom höchsten Berg der Innenstadt kann man in alle Richtungen weit sehen. Die hohen Bäume im Park verdecken die Sicht nicht, wenn man es bis nach oben schafft. Oben am Denkmal wird man mit einem Panoramablick über ganz Berlin belohnt. Der steile Anstieg über die Asphaltwege ist für manche ältere Menschen sicher eine Herausforderung. Die letzten Meter bis Top gehen nur über eine Treppe. In der Sichtachse des Wasserfalls und der Großbeerenstraße hat man davor jedoch schon einen schönen Blick.

Oben auf der Plattform weht oft eine starker Wind. Man fühlt sich etwas wie in den Bergen. Junge Leute sitzen dort herum, tippen in den Computer oder hören Musik, manch einer in schrillen Klamotten und auch immer wieder welche mit neongefärbten Haaren.

In der Mitte der Plattform thront das preußische Nationaldenkmal für die Befreiungskriege gegen Napoleon. Das neugotische Denkmal wurde 1821 von Karl Friedrich Schinkel erbaut, der Oberlandesbaudirektor und Architekt des Königs war. Bei der Spitze des Denkmals ließ Schinkel sich vom Kölner Dom inspirieren. An den zwölf Außenseiten des Grundrisses stehen zwölf gusseiserne Genien, die eine Schlacht der Befreiungskriege in Form der preußischen Feldherrn symbolisieren.

Das Eiserne Kreuz an der Spitze des Denkmals gab rund hundert Jahre später nicht nur dem Berg sondern auch dem umliegenden Bezirk seinen Namen. So war der Berg mit seinen historischen Ereignissen sehr prägend für den Ortsteil Kreuzberg.

Kreuzberg mit Stadtkulisse
Kreuzberg mit Stadtkulisse – Drohnen-Foto: Moritz Nack, pixabay

Der eigenwillige Geist und Charme von Kreuzberg ist in vielen Teilen der Welt bekannt. Touristen kommen hierher, um die kulturelle Offenheit, alternative Lebensstile und insbesondere das Kreuzberger Nachtleben zu genießen und kennenzulernen. Insbesondere viele junge Menschen fühlen sich angezogen. Das „Golgatha„, ein Biergarten im Viktoriapark zieht bei lauen, sommerlichen Temperaturen zahlreiche Gäste an.

Auch die umliegende Gastronomie des Parks bietet eine Vielzahl an Möglichkeiten für kulinarische Verköstigung der unterschiedlichsten kulturellen Herkünfte. Kreuzberger Cafés und Restaurants sind lebendige Treffpunkte, wo reger Austausch und Kommunikation stattfinden.
Nur ein paar Meter vom Viktoriakiez entfernt trifft man auf den berühmten Bergmannkiez mit weiteren gastronomischen Angeboten, kleinen Geschäften, Boutiquen und der Marheinike Markthalle. So ist der Viktoriapark wohl auch heute noch für viele das Herz von Kreuzberg.

Anreise:
Bus 140 bis Kreuzberg/Wasserfall
Bus M19 bis Katzbachstraße

Weitere Informationen:

Zackelfall in den Sudeten

Geheimnisse unter dem Kreuzberg

Viktoriapark Infos

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