Mittwoch, 13. November 2019
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Künftige Gestaltung der Bergmannstraße: Open-Air Galerie startet

Straßenszene in der Bergmannstraße

Künftige Gestaltung der Bergmannstraße – Open-Air Galerie startet am 9. September

Wie soll die Bergmannstraße künftig verkehrlich gestaltet werden? Dazu findet aktuell eine umfassende Bürger*innenbeteiligung statt. Im Rahmen dessen hatte der Bezirk im Juni/Juli 4.000 Haushalte in einer Bürgerbefragung angeschrieben. Die Ergebnisse der Befragung wurden durch den beauftragten Dienstleister ASUM/Topos ausgewertet und bildeten die Grundlage für die beiden geschlossenen Bürger*innenwerkstätten Mitte August.

Eine Mehrheit der Befragten wünscht sich massive verkehrliche Veränderungen in der Bergmannstraße. Der Großteil sprach sich für eine weitergehende Verkehrsberuhigung und bessere Bedingungen für Fußgänger*innen und Radfahrer*innen aus. Kritisch gegenüber (weiteren) Veränderungen sind am ehesten die Gewerbetreibenden und diejenigen, die selbst Auto fahren.
Die Parklets wurden in der Umfrage hingegen kontrovers gesehen: Die Gestaltung der Elemente gefiel vielen Befragten nicht.

Nur eine Minderheit der Befragten wünscht sich aber eine Rückkehr zu den baulichen und verkehrlichen Verhältnissen vor Beginn der Testphase der Begegnungszone. Drei Viertel der Befragten kannten das Pilotprojekt und seine Ziele und wussten, dass es sich um einen Testlauf handelt.
„Die Ergebnisse der Befragung zeigen klar, dass sich die Anwohner*innen eine Veränderung der verkehrlichen Situation in der Bergmannstraße und der Aufteilung des öffentlichen Raumes wünschen. Kaum jemand möchte zum Ursprungszustand zurückkehren. Die Mehrheit wünscht sich für die Straße eine Verkehrsberuhigung sowie bessere und sicherer Bedingungen für den Rad- und Fußverkehr. Das ist ein klares Votum für die Verkehrswende auf Kiezebene“, erklärt Bezirksstadtrat Florian Schmidt.

Am wichtigsten in der Gestaltung der Bergmannstraße sind den Befragten der Fußverkehr, eine geringere Geschwindigkeit des Verkehrs, Verkehrssicherheit für alle Verkehrsteilnehmer*innen und das Stadtgrün. Die geringste Zustimmung bei der Neugestaltung erhalten Kfz-Parkplätze. Von den Gruppen der Gewerbetreibenden und Pkw-Nutzer*innen bekommen Pkw-Parkplätze in der Neugestaltung im Vergleich zu allen Befragten eine höhere Zustimmung: nicht-kommerzielle Aufenthaltsorte und Kinderfreundlichkeit sind in diesen Gruppen die am seltensten genannten Faktoren für die Neugestaltung
Positiv in der aktuellen Gestaltung bewerteten die Befragten die neu geschaffenen Abstellmöglichkeiten für Fahrräder und die besseren Querungsmöglichkeiten für Fußgänger*innen. Weniger gelungen sind ihrer Meinung nach die Aspekte der Verkehrssicherheit und der Lärmreduzierung während der Testphase.

In der offenen Frage zur künftigen Gestaltung äußerten sich die meisten mit Ideen zur Verkehrsberuhigung. Der häufigste Vorschlag war, die Durchfahrt für Kraftfahrzeuge komplett zu sperren. Die Bewohner*innen erhoffen sich von der künftigen Gestaltung der Straße eine Verbesserung der Nutzungsqualität.

Im Rahmen der Befragung erhielt jeder zweite Haushalt in der Bergmannstraße bzw. in den Querstraßen bis zur nächsten Kreuzung Fragebögen per Post. Auch alle Gewerbeeinheiten im Erdgeschoss wurden angeschrieben. Rund 1.250 Fragebögen wurden beantwortet zurückgeschickt. Über 30 Prozent der Bewohner*innen und drei Viertel der Gewerbetreibenden nahmen somit an der Befragung teil.

Die Ergebnisse der Befragung flossen in zwei Bürger*innenwerkstätten am 13. und 15. August ein, zu denen insgesamt 100 Teilnehmer*innen per Zufallsstichprobe nach einem repräsentativen Bevölkerungsschlüssel geladen waren.

In diesen Werkstätten wurden vier Planungsperspektiven zur dauerhaften Ausgestaltung der Bergmannstraße entwickelt. Die erarbeiteten Ergebnisse werden ab dem 9. September ab 16 Uhr im Rahmen einer Open-Air-Gallery auf den Parklets in der Bergmannstraße präsentiert. Parallel dazu läuft eine Onlinebeteiligung, bei der die öffentlich ausgestellten Ergebnisse kommentiert und bewertet werden können.

Am 20. September werden die erarbeiteten Perspektiven im „Reallabor“ vor Ort für einen Tag exemplarisch demonstriert und diskutiert. So können die Anwohner*innen und Nutzer*innen der Bergmannstraße im Straßenland selbst erleben, wie einige der in den Werkstätten erarbeiteten Ideen im Alltag aussehen würden.

Pressemitteilung Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg | 29.08.2019

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