Montag, 17. Dezember 2018
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1. Turban-Tag der Sikh-Gemeinde in Berlin

1. Turban-Tag der Sikh-Gemeinde in Berlin

Am Samstag wurden auf dem Potsdamer Platz viele bunte Turbane gebunden. Der erste Turban-Tag der Sikh-Gemeinde in Berlin lud ein, die Gurdwara Sri Guru Singh Sabha Berlin kennenzulernen, die Sikh-Gemeinde in Berlin. Mit dem Turban-Tag stellte man sich erstmals den Berlinern als Glaubensgemeinschaft öffentlich vor. Die Sikh-Gemeinde in Berlin hat etwa 1.500 Mitglieder. Mit weltweit rund 27 Millionen Anhängern ist die Sikh-Religion die fünftgrößte Glaubensgemeinschaft der Welt.

Die Sikh-Religion ist eine tolerante und weltoffene Religion. Sikhs glauben an einen universellen Schöpfergott – Ik Oankar, vor dessen Augen alle Menschen unterschiedlicher Herkunft, Religion und Geschlecht gleich sind. Frauen und Männer sind nach der Lehre der Sikh Religion gleichberechtigt. Die Sikh Religion lehrt das Recht auf Selbstbestimmung und Religionsfreiheit: „Alle Menschen haben das Potenzial Gott selbst zu erfahren und ihren eigenen gewählten Weg zu Gott zu verfolgen, ohne dabei andere zu verletzen, zu verurteilen oder unter Zwang zu konvertieren.“

Das Wort Sikh bedeutet im Punjabi „Schüler“. Sikhs sind Schüler Gurus/Gottes, die den Schriften, Lehren und Anweisungen der zehn Sikh Gurus und der Gurbani folgen.

Die Sikh Religion lehrt den selbstlosen Dienst in der Gemeinschaft – Seva. Primäre Aufgabe im Leben eines Sikhs sollte es sein, den Notleidenden, Schwachen und Unterdrückten zu helfen. Sikhs sind dazu angeleitet, der Schöpfung Gottes bestmöglich zu dienen – der eigenen Gemeinde als auch der globalen Gesellschaft.

Sikhs betreiben in Indien auch seit 500 Jahren die größten Freiküchen und engagieren sich gegen den Welthunger. Die konsequente vegane Ernährung gehört auch zu den Eigenheiten der Sihk-Religion.

Mit dem Turban-Tag will sich die Sikh-Gemeinde für den Dialog mit Menschen in Berlin öffnen, und mit ihrer Kultur vertraut machen. Der kunstvoll gebundene Dastar (Turban) gehört zu den wichtigsten äußeren Zeichen der Sikh-Männer, die darunter ihr ungeschnittenes Haar verbergen und damit „die schützende Hand Gottes stets auf dem Kopf zu haben.“ Der Dastar steht für Ehre, Nobilität, Souveränität, Selbstrespekt, Spiritualität, Frömmigkeit und Mut.

Der Turban-Tag wurde am 28.4. um 11.00 Uhr mit Grußworten von Prof. Barabara John, ehem. Ausländerbeauftragte und Vorsitzende des paritätischen Wohlfahrtsverbandes, Dr. Wolfgang Thierse, ehem. Bundestagspräsident und Dr. Thomas M. Schimmel, Koordinator der Langen Nacht der Religionen in Berlin eröffnet. Ferner sprachen Dr. Michael Bäumer, Geschäftsführer des Berliner Forums der Religionen und Dr. Gabriele Yonan, Religionswissenschaftlerin.

1.Turban-Tag der Sikh-Gemeinde
1. Turban-Tag der Sikh-Gemeinde in Berlin. Über 700 Turbane wurden gewickelt und viele Gäste am Stand haben Selfies mit Turban fotografiert. Ein kleiner Junge bekommt seinen Dastar gewickelt.Foto: m/s

Die Berliner Sikh-Gemeinde ist in Berlin-Reinickendorf aktiv, und wird sich künftig stärker in der Öffentlichkeit zeigen und den Dialog suchen. Die Sikh-Regligion ist zugleich eine große Inspiration für eine multikulturelle und nachhaltige Entwicklung der Welt.

Weitere Informationen:

gurdwaraberlin.de | www.deutsches-informationszentrum-sikhreligion.de

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